Die Finanzierung
Wer den Entschluss zum Erwerb einer eigenen Immobilie gefasst hat verfügt nur sehr selten über ausreichende finanzielle Mittel diese sofort bar zu bezahlen. Dies muss auch nicht sein, denn Miete müßten wir ja auch ein Leben lang zahlen.
Warum also nicht den Banken auch etwas abgeben und dafür im Alter mietfrei wohnen.
Bei einer vernünftigen Finanzierung sollte man nur darauf achten, dass die monatliche Belastung langfristig gesichert wird und die Höhe eine für das Objekt vergleichbare Kaltmiete nicht all zu weit übersteigt.
Mit einem vernünftigen Konzept ist dafür in vielen Fällen nicht einmal Eigenkapital erforderlich!
Die Finanzierung sollte genau so individuell auf Sie zugeschnitten sein wie der Grundriss Ihres Hauses.
Aus diesem Grund möchten wir an dieser Stelle auch auf so ein wunderschönes Finanzierungsbeispiel mit doch so schönen kleinen Zahlen am Ende verzichten und uns ein wenig mehr mit der Realität beschäftigen.
Neben dem Haus- und Grundstückspreis, welche im Regelfall genau feststehen sind viele kleine und große Nebenkosten zu beachten die leider nicht selten in großem Umfang einfach „unter den Teppich gekehrt“ werden.
Für den Erwerb einer bezugsfertigen Bestandsimmobilie sind diese sicherlich noch sehr überschaubar. Neben den Kosten für die notarielle Beurkundung und die Grundbucheintragungen, zusammen ca. 1,5 % des Kaufpreises, ist noch die Grunderwerbsteuer in Höhe von 3,5 % und zumeist eine Maklergebühr von 5 – 6 % zu entrichten.
Wer sich jedoch für den Neubau eines Hauses entschieden hat, erlebt leider sehr häufig sein blaues Wunder.
Hier lauern eine Reihe weiterer kleiner behördlicher Gebühren, Kosten für Bauwasser, Baustrom, Bauwesenversicherung und die amtliche Einmessung des Gebäudes.
Die Kosten für die Anschlüsse der Ver- und Entsorgungsmedien werden am häufigsten unterschätzt. Auch bei einem voll erschlossenen Baugrundstück erheben die Medienträger eine festgesetzte einmalige Anschlussgebühr. Diese können sich dann durch zusätzliche Tiefbauarbeiten und je nach örtlicher Lage des Baugrundstückes schnell in Größenordnungen von bis zu 10.000,-- € bewegen.
Die Finanzierung selbst verursacht während der Bauzeit auch nicht unerhebliche Kosten. Während man über Abschlussgebühren inzwischen mit fast jeder Bank verhandeln kann, kann man die Zinszahlungen jedoch nicht verhindern.
Zum einen sind bei den meisten Banken Bereitstellungszinsen zu entrichten und zum zweiten muss das Grundstück und der Baufortschritt bereits lange vor dem Einzug bezahlt werden. Somit steigen die Zahlungen an die Bank Monat für Monat allmählich fast bis in die Höhe der endgültigen monatlichen Finanzierungsbelastung an während Sie noch die Ausgaben für Ihre monatliche Miete bestreiten müssen.
Diese Doppelbelastung sollte in jedem Fall im Gesamtrahmen der Finanzierung Berücksichtigung finden.
Ebenfalls beachten sollte man diesen Aspekt im Bezug auf die Eigenleistungen.
Es spart sicherlich viel Geld das Tapezieren, Malern, Verlegen der Teppichböden, die Gestaltung der Außenanlagen und in manchen Fällen auch das Verlegen der Fliesenbeläge selbst in die Hand zu nehmen.
Darüber hinaus sollte man jedoch beachten, dass weitergehende Eigenleistungen auch eine Menge Zeit in Anspruch nehmen und kritisch prüfen, ob die eingesparten Kosten nicht durch die daraus resultierende zusätzliche Doppelbelastung aufgewogen werden.
Nach Fertigstellung und Einzug in das neue Heim sollte man dann nach ein bis zwei Jahren beginnen seine Finanzierung für die Zukunft zu optimieren damit Ihre Freude am eigenen Haus auch in ferner Zukunft nie getrübt werden kann.
Am besten, Sie fragen einfach jemanden, der sich damit auskennt!
